Berufshaftung

Gemäß § 51 BRAO für Rechtsanwälte, § 67 StBerG für Steuerberater und § 323 HGB für Wirtschaftsprüfer besteht die gesetzliche Verpflichtung des Freiberuflers zum Unterhalt einer Berufshaftpflichtversicherung mit einer Mindestversicherungssumme für Rechtsanwälte und Steuerberater in Höhe von 250.000 €, für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer von 1.000.000 €, anderenfalls erhält der Freiberufler keine Zulassung.

Nicht versichert sind berufsfremde Tätigkeit, z.B. als Makler, Vermögensverwalter, Treuhänder oder Mitglied eines Aufsichtsrates. Soweit bei den beiden letztgenannten Tätigkeiten ein enger innerer Zusammenhang zwischen der Beratungstätigkeit und dem Tätigkeitsfeld besteht, kann ggf. dieser Tätigkeitsbereich aufgrund gesonderter Vereinbarung mit dem Versicherer in den Deckungsumfang einbezogen werden.

Der Deckungsanspruch umfasst die Prüfung der Rechtslage anhand der geschilderten Situation, dabei werden unberechtigte Ansprüche durch den Versicherer zurückgewiesen, berechtigte Ansprüche werden im Rahmen der Versicherungssumme reguliert.

Deckung besteht stets für den Fall, dass der Freiberufler wegen eines bei der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit begangenen Verstoßes von einem anderen auf Grund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts für einen Vermögensschaden verantwortlich gemacht wird.

Die Deckung umfasst somit nur Vermögensschäden, nicht jedoch Personen- oder Sachsschäden, die ggf. über eine Bürohaftpflichtversicherung gesondert abgedeckt werden sollten. Sachschäden an Akten, Schriftstücken  und sonstigen beweglichen Sachen werden vom Versicherungsschutz erfasst, soweit sie Objekt der beratenden Tätigkeit sind. Nicht jedoch versichert ist das Abhandenkommen von Geld, geldwerten Zeichen sowie Wertsachen oder ähnlichem.

Besonderes Augenmerk bei der Berufshaftpflichtversicherung für Freiberufler sollte der Wahl einer ausreichend hohen Versicherungssumme gewidmet werden, denn die Wahl einer zu niedrigen Versicherungssumme kann sich schnell als unzureichend und damit existenzgefährdend herausstellen,  da heute Schadensersatzansprüche in Millionenhöhe nicht mehr selten sind. I.d.R. unterschätzen viele Berufsangehörigen die eigenen Haftungsrisiken und kennen die Risiken Ihrer „Haftungspartner“ nur unzureichend bis gar nicht.

Die angesprochene Jahreshöchstleistung besagt, wie oft die vereinbarte Versicherungssumme in einem Versicherungsjahr für Schadenfälle zur Verfügung steht. Es findet jedoch keine Addition der Maximierungssummen statt. Je Versicherungsfall bildet die vereinbarte Versicherungssumme den Höchstbetrag der Schadenregulierung. Besonderheiten im Rahmen der Berufshaftpflichtversicherung ergeben sich in den unterschiedlichen Formen der möglichen Zusammenarbeit zwischen Berufsangehörigen.

Wir kennen die Risiken, die sich für Bürogemeinschaften oder Sozietäten ergeben, und erstellen im gemeinsamen Gespräch mit Ihnen ein zur individuellen Situation passendes Absicherungskonzept.

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